Krafttraining seit 1850

Henrik Ling, der Begründer der schwedischen Heilgymnastik, führte 1850 mit den Patienten gebremste Bewegungen durch, sogenannte Widerstandsbewegungen, um die durch Infekte geschwächten Patienten schneller wieder zu kräftigen.

Gustav Zander, auch ein schwedischer Arzt, professionalisierte diese Methode und entwickelte 1885 medico-mechanische Apparate, die als Prototypen der Trainingsgeräte von heute angesehen werden können. Zander gründete 1890 medico-mechanische Institute in ganz Europa, auch in Genf und Bad Ragaz. Diese ersten Kräftigungsgeräte konnten sich jedoch nicht durchsetzen. Wegen des ersten Weltkrieges musste die Firma Göransson Mekanika in Stockholm die Geräteentwicklung zugunsten der Waffenproduktion stoppen.

Die aufkommende Chemieeuphorie nach Entdecken des Aspirins 1910 und des Cortisons 1940 verdrängte die Muskelkräftigungstherapie für Jahrzehnte.

1970 entwickelte der Amerikaner Arthur Jones die Nautilus-Kraftgeräte, die noch heute sehr beliebt sind. Sie wurden zuerst vorwiegend von Bodybuildern benutzt, später entdeckten die Sportler den Effekt dieser Trainingsgeräte.

1980 wurde von Arthur Jones die MedX-Technologie eingeführt. Mit diesen neuen, z.T. computerisierten Geräten konnte man aufgrund der reproduzierbaren Messungen von Kraft und Bewegungsausmass Studien durchführen. Da der Gewichtsstock nicht über ein Zahnrad, sondern über einen ovalen Diskus geführt wird, verändert sich das eingestellte Gewicht gelenkwinkel- oder muskellängenabhängig entsprechend der natürlichen Muskelkraftkurve. Dies ist z.B. beim Hanteltraining nicht der Fall; auch beim Training mit dem Expander oder den Gummibändern nimmt der Widerstand kontinuierlich zu.

Da bei den neuen Gerätetypen Gewichtseinstellungen mit leichten 450-Gramm-Scheiben möglich waren, konnten neu auch Patienten von dieser Trainingsart profitieren.

A9
B9
medicomechanische Geräte
Gustav Zander